Weyhe, d. 12. Mai 2005

 

Grußbotschaft für die 10-Jahres-Feier Deutsches Abitur

Sehr verehrte, liebe Frau Přádná,

lieber Herr Liske,

sehr geehrte Schulgemeinde,

 

die Entwicklung der bilingualen Abteilungen an staatlichen Gymnasien in 7 MOE-Staaten von Estland bis Bulgarien Anfang der 90er Jahre ist unbestritten eine der großen Innovationen im Bereich der deutschen schulischen Arbeit im Ausland gewesen.

Die kontinuierliche direkte Zusammenarbeit zwischen deutschen und ausländischen Ministerien in der Planung und Realisierung dieser mutigen und vorausschauenden Schulstruktur ist für alle, die daran beteiligt gewesen sind, eine Erfahrung, die im Strukturellen als innovativ, interkulturell, herausfordernd zu charakterisieren ist. Hinzu kommt aber das persönlich- menschliche Erleben.

Dabei ist es -- und das ist ganz natürlich -- durchaus nicht immer und nicht überall eine gradlinig nach oben gerichtete Erfolgsgeschichte gewesen; nein, es hat auch Stockungen gegeben, Hemmnisse und zeitweilig Misserfolge. Insgesamt aber sind die beteiligten Akteure immer wieder zu der abschließenden Beurteilung gelangt, dass die bilingualen Abteilungen als ein großartiger Erfolg und als ein gelungenes Beispiel zwischenstaatlicher europäischer Zusammenarbeit gewertet werden dürfen.

An diesem 10. Jahrestag der gemeinsamen deutsch-tschechischen Abschlussprüfungen am F.X.Šaldy Liberec gilt es Glückwünsche auszusprechen sowie Freude und Stolz über das Erreichte zu genießen.

Gleichzeitig aber ist ein solcher Erinnerungstag immer auch Veranlassung und Auftrag, über die Weiterentwicklung dieser Schulform im zusammenwachsenden Europa nachzudenken. Es kann keinen Stillstand geben; denn -- wie es Erich Fried ausdrückte -- „wer will dass alles so bleibt wie es ist, will im Grunde nicht dass es bleibt“.

Es grüßt und beglückwünscht Sie alle herzlich

Ihr Peter H. Stoldt

 

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