Berlin-Seminar – Politisches Leben und jüngste deutsche Geschichte

4-tägige Fahrt der Abschlussklasse 6N vom 6. bis 9.Mai 2003 in die deutsche Hauptstadt

Betreuung der Studienfahrt: Stefan Beil

Am Ende ihrer sechsjährigen Ausbildung und kurz vor dem Erhalt ihres Zeugnisses der Allgemeinen Deutschen Hochschulreife führten wir mit der Klasse 6N in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Naumann-Stiftung eine Studienfahrt nach Berlin durch.

Praktisch und wirklichkeitsnah erfuhren die Schüler, wie in Deutschland poltische Entscheidungsprozess verlaufen und wie wichtige Ereignisse der jüngeren Geschichte diskutiert werden. Dabei erhielten sie einen Einblick in die "politische Welt" mit dem Besuch des Bundestages, einer Plenarsitzung, einem Vortrag über deutsche Umweltpoltik im Umweltministerium mit nachfolgender Diskussion unddem Empfang im Trumanhaus der Friedrich-Naumann-Stiftung, wo die demokratiebildende Aufgabe der Stiftungen politischer Parteien in Deutschland vorgestellt wurde.

Als Gegenpol zum politischen Programm gab es natürlich auch vielfältige Eindrücke vom aktuellen Leben in der Bundeshauptstadt und von ihrer wechselnden Geschichte. Ich will hier nur einige Schlaglichter vorstellen. Die große Stadtführung Berlin wurde vom Berlin-Insider, Herrn Ronnie Golz, mit interessanten Exkursen zu Abgelegenem und Trendigem vorgestellt. Neben der Politik spielte auch die Geschichte Berlins eine große Rolle, mit den glänzenden Seiten, dem Schloss Sanssouci, aber auch mit den dunkelsten Seiten Deutschlands, dem Konzentrationslager Sachsenhausen. Für die große Kultur war an einem Abend ein gemeinsamer Opernbesuch in der Staatsoper unter den Linden eingeplant, farbenprächtig, phantasievoll und für viele unserer Schüler irritierend modern war Doris Dörries Inszenierung von Mozarts „Cosi fan tutte". Aber auch für die Entdeckung Berlins auf eigene Faust gab es Zeit.

 

 

 

BERICHT

Von Andrea Maryšková

Ich wurde gebeten einen Bericht zu schreiben, in dem ich Auskunft geben sollte über unsere Abschlussstudienfahrt nach Berlin und über das, was mir gefallen hat und was nicht.

Das erstes, was mich gefreut hat, war, dass wir mit dem Bus und nicht mit dem Zug unterwegs waren. Die Anreise war so viel angenehmer und bequemer, sodass uns noch genügend Kraft blieb, schon am Abend ein bisschen in der Umgebung spazieren zu gehen. Es hat mich aber gewundert, dass in der Umgebung fast nichts war. – Es war so ruhig und viele Leute haben wir auch nicht getroffen. Mit der Zeit mussten wir aber zugeben, dass der Standort unserer Unterkunft nicht so schlecht – sondern ganz im Gegenteil sogar sehr gut war. Wir konnten fast überall zu Fuß hingehen oder auch leicht die S-Bahn nehmen. Die einzige kleine Schwierigkeit bestand darin, dass wir nicht so viel Zeit hatten, um selber Dinge zu unternehmen, die etwas mehr Zeit beanspruchten. Unser Programm war einerseits teilweise sehr voll, andererseits wollten wir aber auch möglichst viel sehen. Die Zeit war einfach knapp. Es dauerte auch eine Weile bis wir uns orientieren konnten und als es so weit war, mussten wir schon nach Hause fahren.

Unseren Begleiter Herrn Ronnie Golz fand ich ganz gut. Man sah, dass er sich gut auskannte. Er war in der Lage all unsere Fragen zu beantworten. Gleichzeitig war er aber manchmal zu offen, was manche leicht beleidigen hätte können – z.B. als er in seinem Vortrag gleich am ersten Tag sagte, dass die Tschechen, die treuesten Stalinisten waren, fand ich es nicht so o.k. Ich will ihm nicht seine Meinung nehmen, in mancher Hinsicht hat er vielleicht Recht, aber manchmal würde ihm ein bisschen Diplomatie auch nicht schaden.Es war für ihn überhaupt kein Problem andere zu beurteilen, aber gleichzeitig war er nicht fähig, zu akzeptieren, dass jemand sein Land und ihn selbst kritisierte.

Bedauert habe ich, dass ich selbst nur wenig Zeit hatte, mir ein eigenes Bild von Berlin zu machen, aber ich bin zufrieden darüber, was wir alles in einer so kurzen Zeit geschafft haben. Mehr Informationen über die Stiftung, insbesondere deren Stipendienangebot und die Arbeit mit den Schülern hätte ich mir noch gewünscht. Ich fand es zu spät, erst am letzten Tag in der Naumann-Stiftung zu sein. Wenn ich nicht vorher per Internet etwas über die Naumann-Stiftung erfahren hätte, wäre mir die ganze anstrengende Arbeit, die für uns gemacht wurde, ganz unverständlich. Auch den Namen der Stiftung hätte ich wohl schnell vergessen und das finde ich schade. Der Aufenthalt in Berlin hat mir rundum sehr gefallen.

Programmablauf der Studienfahrt

 
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