Die Guardinistiftung

2001-03

Das Forum Guardini wird von der 1987 in Berlin gegründeten Guardini Stiftung getragen. Mit der Präsentation von Gegenwartskunst, Förderung des interkonfessionellen Dialogs zwischen Künstlern und Wissenschaftlern , sowie mit Kontemplation und Gottesdienst steht die Stiftung in der geistigen Tradition des Theologen und Philosophen Romano Guardini. Die Stiftung fördert mit ihrem Programm“ Nachbarschaftsperspektiven: Dialogdreieck Deutschland-Polen-Tschechien“ einen Dialog zwischen Schülern und Wissenschaftlern der drei Länder.

Das Thema dieses Jahres lautet: Geschichte, Modelle und Bedeutung der Kunst in Deutschland,Polen und Tschechien.

Mit künstlerischen Mitteln werden die Ergebnisse der Auseinandersetzung der jungen Menschen  mit der Geschichte und den Modellen der Bildenden Kunst in den Kunstwerkstätten dargestellt. Die Kunstwerkstatt fördert die verbale und nonverbale Kommunikationsbereitschaft der jungen Menschen.

Die Projekte der Guardini Stiftung werden in der Regel in einem gemeinsamen Treffen vorbereitet. Daran nehmen jeweils 5 Schüler und Schülerinnen der teilnehmenden Ländern teil. Ein halbes Jahr später wird das Projekt in einem größeren Rahmen durchgeführt. Die Tschechische Republik hat zuerst im September in Polen als Beobachter an der Durchführung des Projektes teilgenommen. Im Dezember 1999 hat eine Gruppe unserer Schule schon als mitarbeitende Gruppe in Berlin an einem Vorbereitungstreffen teilgenommen.

Weitere Teilnehmer waren Schüler und Schülerinnen des Canisius Kollegs aus Berlin und  Schüler und Schülerinnen aus Szkola Przymierza Rodzina in Warschau. Vorbereitet wurde eine Kunstwerkstatt in Kreisau, die vom 8.7.-15.7.2000 stattfand.

Die Vorbereitungstreffen waren sehr intensiv und verlangen volle Konzentration der Teilnehmer.  Es hat sich gezeigt, dass die aktive Mitarbeit bei solchen Arbeitstreffen geübt werden muss. Unsere Gruppe hielt sich in Polen im September sehr zurück. Das Treffen in Berlin hatten  wir schon gut vorbereitet. Zwei Schülerinnen haben Bilder der tschechischen Künstler Tichý und Zrzavý vorgestellt. Diesmal war die polnische Gruppe neu dabei und hat einige Zeit gebraucht, um sich „warm“ zu reden. Wir waren in dem Gästehaus des Canisius Kollegs untergebracht. Für die Verpflegung haben unsere Gäste und auch wir selbst gesorgt.

Das Programm war bunt und interessant. Abgesehen von der Faszination der Stadt selbst, haben wir die neue Nationalgalerie besucht und uns unter fachlicher Führung zwei Gemälde sehr genau angeguckt. Auch der kleine Spaziergang auf der Museumsinsel und in der Umgebung und das Konzert der Berliner Philharmoniker waren eine sehr eindrucksvolle Ergänzung zu der intensiven Arbeit in den Gruppen. Als Hausaufgabe für das Treffen in Kreisau haben die Teilnehmer drei Themen vorgeschlagen:

Werbung in den einzelnen Ländern unter dem Aspekt der Geschlechter

Entwurf einer Friedensfahne

Entwurf einer Mauer(eine Vorurteile-Mauer) und Vorschläge deren Überwindung.

In Kreisau entstand ein gemeinsames Projekt, das als Wanderausstellung in Liberec und Berlin zu sehen war. Ihre Produkte und Impressionen haben die Teilnehmerinnen in dreisprachigen Broschüren veröffentlicht.

Die Begegnungen wurden fortgesetzt. Im September 2000 trafen sich wieder Jugendliche der kooperierenden Schulen. Diesmal in Hejnice (Haindorf), einem Wallfahrtsort in Nordböhmen, ca.30 km von Liberec entfernt. Das Internationale Zentrum der geistlichen Erneuerung, das in einem ehemaligen Franziskaner Kloster untergebracht ist, bot entsprechende Räumlichkeiten. In dieser romantischen Umgebung konnte die Gruppe an die Ergebnisse in Kreisau anknüpfen und ein Konzept für eine Buchpräsentation entwickeln. Das Vorbereitungstreffen in Hejnice wurde als eine Literatur- und Kunstwerkstatt geplant. Mit einer kräftigen Unterstützung des "Fachmanns" für Kreatives Schreiben" Wolfgang Rill und des Liberecer Photografen und Erzählers Jan Pikous hat man sich des Begriffes" Das Fremde" bemächtigt.

Mit unseren unfertigen literarischen Produkten machten wir uns am 16.03.2001 auf den Weg nach Warschau.

Die Zusammensetzung der Vorbereitungsgruppen ändern sich notgedrungen. Diesmal waren Iva Toloèková, Hana Knytlová aus der 4N, Eva Záleská aus Sexta B, Václav Navrátil und Peter Hylák aus 3N dabei. Dieses treffen war wegen der Entfernung und des vollen Programmes für uns alle sehr anstrengend. Unsere Texte konnten wir mit dem polnischen Schriftsteller Jaroslew Klejnocki konsultieren. Wir haben neben unseren „Arbeitsverpflichtungen“ eine wunderschöne Ballettaufführung „Carmen“ in der Oper gesehen. Auch Warschau mit seinem emsigen Großstadtleben hat es uns sehr angetan. Trotzdem haben wir uns nach einer 16-stündigen Fahrt auf Liberec gefreut.

 Im Juni begab sich eine 10-köpfige Gruppe unseres Gymnasiums nach Berlin. Zu der Gruppe stieß auch ein junges Mitglied, Tereza Lennerová aus 2N zu. Neu waren auch Lucie Sasková und Pavla Hulecová aus 3N. Sonst waren alte Bekannte dabei, Peter Hylák und Václav Navrátil aus 3N, Eva Záleská aus Sexta B, Veronika Bahenská, Martina Ivanová und Hana Švubová aus 4N. An dieser Stelle möchte ich besonders Eva Záleská hevorheben. Eva lernt auf dem tschechischen Zweig deutsch und beweist, dass auch Schüler und Schülerinnen unserer Schule, die nicht die deutschsprachige Abteilung besuchen, willkommene und sprachlich integrierte Teilnehmer sein können.

Der Aufenthalt in Berlin war sehr intensiv. Wir hatte ja eine wichtige Aufgabe. Am Ende des Wochenendes musste ein fertiges Buch präsentiert werden. Deswegen fing die Graphikgruppe um Herrn Bentrup gleich am Abend an, Entwürfe zu erstellen. Die „Schriftsteller arbeiteten unter hochqualifizierter Aufsicht dreier Schriftsteller. Die Deutschen mit Herrn Arne Ross aus Berlin, die Polen mit Herrn Piotr Kepinski und die Tschechen mit dem tschechischen Dichter Herrn Peter Kolmaèka.  Wir haben viel gelernt, viel Kritik ertragen müssen. Wir haben unsere Texte immer wieder ändern und noch einmal vortragen müssen. Einige Zukunftsvorstellungen über die „Leichtigkeit des Schreibens“ flossen dahin. Am Ende ist doch ein Buch 
entstanden.

Silvie Hansen


Aus dem Jahrbuch des Canisius-Kollegs, Berlin, 2000:


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