Vermittlung von Gastschulaufenthalten in Deutschland

Seit dem Schuljahr 1998/99 gelingt es der Deutschsprachigen Abteilung des F.X.Šalda Gymnasiums in Liberec, Schüler und Schülerinnen der 11. Klasse für einen ein- bis viermonatigen Aufenthalt in Deutschland zu vermitteln. Wir schreiben jedes Jahr mehr als 200 Schulen in Deutschland an mit der Bitte, Familien zu finden, die unsere Schüler aufnehmen könnten. Obwohl das Interesse in Deutschland nicht sehr groß ist, gelingt es uns immer noch, teils durch persönliche Kontakte der Lehrer, Annoncen in Fachzeitschriften und Internetkontakte, teils durch Eigeninitiative der Schüler, mehrere Familien zu finden.

Die aufnehmenden Schulen in Deutschland zeigen sich sehr kooperativ. In diesem Jahr ist es uns gelungen, 13 Schüler und Schülerinnen nach Deutschland zu vermitteln. Mit der Hilfe des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds müssen wir die Schüler und Schülerinnen nicht nach den finanziellen Möglichkeiten ihrer Familien auswählen. Ein viel wichtigeres Kriterium ist die Integrationsfähigkeit, Motivation und Zuverlässigkeit. Mit der finanziellen Unterstützung des Fonds können die Schüler und Schülerinnen die Fahrt bezahlen. Einige müssen einen Beitrag für die Unterkunft und Verpflegung leisten.

Wie die Berichte der Schüler und Schülerinnen zeigen, ist der Aufenthalt in Deutschland für die meisten ein Schlüsselerlebnis. Die meisten Familien bieten unseren Schülern und Schülerinnen ein breites kulturelles Programm. Sie werden wie Familienmitglieder behandelt. In den Schulen lernen sie ein anderes Unterrichtssystem kennen, das Kurssystem. Auch der Unterrichtsstil weicht an den meisten deutschen Schulen stark von dem tschechischen ab.

Unsere Erfahrungen zeigen, dass die tschechischen Schüler und Schülerinnen nicht nur sprachlich reifer zurück kommen. Sie ändern im positiven Sinne ihre Lernmotivation, die zu einer intensiveren Mitarbeit und einem stärkeren Engagement im Unterricht führt. Dies trägt wesentlich zum guten Gelingen des deutschen Abiturs bei. Die Schüler und Schülerinnen zeigen sich aber auch offener und toleranter ihrem Umfeld gegenüber.

Auch wenn die deutschen Familien öfters eine auffallende Zurückhaltung und Verschlossenheit der Gastschüler zurückmelden, zeigen sich die Jugendlichen daheim offener und aufgeschlossener als früher.

Wir möchten uns auf diesem Wege bei allen deutschen Familien, Schulen und bei dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfond für diese einmalige Gelegenheit bedanken.

Sylvie Hansen, Vermittlungslehrerin

Hier noch einige Erfahrungsberichte:

V. Bahenská 2001 Aneta Pavlatová 2001 Hana Š. 2001 Michal Navratil 2001 T. Lennerová 2003

 

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